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3 Fragen an...jas. slow fashion

Wie geht ökologisch und sozial vertretbarer Konsum?
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jas. steht für die Gründerinnen „Judith and Saskia“. Die beiden lernten sich 2014 über eine Kontaktanzeige kennen. Judith erkannte die Not vieler Individualisten, keine Mode von der Stange tragen zu wollen. Saskia ging es vorwiegend um Nachhaltigkeit, was sich wunderbar kombinieren ließ.

• In Eurem Namen ist der Begriff “Slow Fashion” enthalten. Was umschreibt dieser?

Slow Fashion bewegt sich weg von der allgegenwärtigen Fast- Fashion- Industrie. Die Begriffe kann man mit Fast und Slow Food vergleichen. Fast Food bedeutet etwa Schnelllebigkeit und schneller Konsum. Slow Food ist hingegen etwas, das man genießt und mit dem notwendigen Zeitaufwand zubereitet.

Die Fast- Fashion- Industrie zielt darauf ab, mehr als zwei Kollektionen pro Jahr zu veröffentlichen. Teilweise wechseln sogar Kollektionen innerhalb weniger Wochen. Slow Fashion ist häufig nicht kollektionsbasierend, sondern baut aufeinander auf. Bei uns heißt das: Zum einen kreieren wir keine komplett neuen Linien, sondern fügen Stücke unserem Stil hinzu. Kunden können also, wenn ihnen aktuelle Teile gut gefallen, diese auch in einem Jahr noch kaufen oder erneut kaufen - oder sie finden ganz einfach einen neuen Liebling, der zu Altem perfekt passt. Zum anderen bedeutet Slow Fashion qualitätsbewusste Mode, bestehend aus hochwertigen Materialien wie Bio-Baumwolle, einer hochwertigen Verarbeitung, die bei uns hier in Mainz stattfindet und einem hohen Qualitätsgedanken. Die Stücke sollen nicht nur 1-2 Jahre getragen werden, sondern möglichst lange. Der Grundgedanke, jeden Trend mitmachen zu müssen, soll durchbrochen werden! Slow Fashion bei jas. bedeutet auch Individualisierung der Kleidung. Leute können sich bei uns Upcycling-Stoffe auswählen; diese arbeiten wir exklusiv für sie ein. Auch Passformen sind bei uns anpassbar. Die Kunden beschäftigen sich so mit den Teilen und erhalten schlussendlich ein hochwertiges Lieblingsteil, das perfekt passt.

• Beschreibt den Stil Eurer Mode, zu wem passt Eure Kleidung?

Bei Frauen ist unser Anspruch, dass jede Frau die Kleidung tragen kann. Die Zielgruppe ist ca. 25 Jahre bis ca. 45 Jahre, aber es kommen auch Damen über 45 zu uns, die fündig werden und unseren Stil mögen. Wir machen zeitlose und minimalistische Mode, haben wenige Grundfarben und bringen Farbe durch Upcycling-Stoffe hinzu. Bei den Männern haben wir eher sportliche Sachen. Die Pullover sind auch hemdentauglich und insgesamt kann man die Stücke schick-sportlich kombinieren. Unser Anspruch ist eine Kleidung für den im Job, wenn auch nicht gerade im Bankenumfeld, und in der Freizeit zu ermöglichen.

• Habt ihr weitere Visionen?

Der größte Schritt war bislang die Store-Eröffnung. Hier präsentieren wir nicht nur unsere Kleidung, sondern auch ausgewählte Fremdmarken, die ebenfalls nachhaltig und fair produzieren. Wir bieten im Store auch Shoppen mit Mehrwert an, zum Beispiel After Work Shopping, Lesungen, Poetry Slams sowie Musik. Kultur in Verbindung mit nachhaltigem Shoppen, dem Thema Slow und Genuss ist die Vision für unseren ersten Laden. Größere Visionen wären, weitere Stores im Rhein-Main Gebiet zu eröffnen und auch die Kombination aus einem Shop und einem Café auszuprobieren. Parallel dazu bauen wir unseren Online Shop aus und vergrößern gerade unser Vertriebsnetzwerk an nachhaltigen, trendbewussten kleinen Läden, die unsere Kleidung ins Programm nehmen.

Alle Infos zu jas. slow fashion auch auf ihrem Mach Deins in Mainz Profil: https://mach-deins-in-mainz.de/profile/jas_slowfashion

Interview geführt von Julia Deutschmann.

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